Die Mädchen in ihrer Schuluniform in Karunai mit Hans und Maria Röben

Besichtigungs- und Prüfungstour 2010

Sehr geehrte Karunai – Freunde,

noch vor Ende des Jahres wollten wir – Pfarrer Charles Raya sowie Maria und Hans Röben – uns vor Ort über den Stand unseres Projektes informieren. Nach einer kurzen Zeit der Akklimatisierung starteten wir zusammen mit unseren Mitgliedern in Indien – Pfarrer Charles Bruder Victor sowie seinem Studienfreund Thomas – die Besichtigungs- und Prüfungstour.

Als erstes besichtigten wir die Schule und fanden die positiven Eindrücke vom Frühjahr bestätigt. Das Gebäude ist in einem guten baulichen Zustand, sauber und die Lehrerrinnen sind sehr motiviert. Die Kinder in den einzelnen Klassen begrüßten uns freudestrahlend und von den Lehrerrinnen wurde uns bestätigt, dass sie sehr fleißig und engagiert seien. Einige von ihnen könnten später vielleicht sogar ein College besuchen und studieren.

Nach diesem sehr positiven Start besichtigten wir unser Waisenhaus. Dieses ist in einem sehr guten baulichen Zustand und auch die Inneneinrichtung ist ansprechend und funktional. Aufgrund von seit 30 Jahren zu dieser Jahreszeit nicht gekannten, monsunartigen Regenfällen verzögerten sich die Außenarbeiten, insbesondere auch die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen, wie Zäune, Mauern, Wächterhäuschen etc. Aus diesem Grunde musste auch der Einzug der Kinder verschoben werden, die jedoch im College von Pfarrer Charles Studienfreund Thomas sicher untergebracht sind und dort auch schulisch sehr gut betreut werden.

Auch die Überprüfung der Buchhaltung zeigt, dass diese sich in einem guten und ordnungsgemäßen Zustand befindet.

Am nächsten Tag fuhren wir ins Landesinnere, um die Dörfer, Hütten und – soweit noch lebend – die Mütter der Kinder kennen zu lernen. Die Eindrücke waren schockierend. Von einer Infrastruktur in diesen Dörfern kann kaum gesprochen werden und die Hütten bestehen aus etwa 1 m hohen Außenwänden aus Lehm und sind größtenteils mit Schilf gedeckt. Insgesamt haben die Hütten eine Größe von 10 qm, in denen 5 und mehr Menschen wohnen, zum Teil ohne Licht und Strom auf einem festgestampften Boden. Trotz dieser ärmlichsten Verhältnisse wurden wir von den Müttern herzlich begrüßt, verbunden mit einer großen Dankbarkeit, dass wir diesen Witwen eine große Sorge abnehmen und einem Kind die Chance geben, menschenwürdig zu leben und eine gute Ausbildung zu erhalten.

Dadurch wird der Kreislauf von Armut, Kriminalität, Ausbeutung und Prostitution durchbrochen. Die Kinder werden nicht zu Straßenkindern, sondern können vielmehr ein selbstbestimmtes Leben in Würde führen und nach der Ausbildung ihre Geschwister und Familien finanziell unterstützen.

Indem wir den Mädchen eine Schulausbildung ermöglichen, legen wir einen entscheidenden Grundstein für ihr weiteres Leben, das ihnen die Chance bieten soll, in Würde Mensch zu sein. Hier sehen Sie die Mädchen in der traditionellen indischen Schuluniform.

Gerade diese Besuche haben uns eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig das Projekt Karunai heute schon ist und darin bestärkt, unsere Anstrengungen noch zu erhöhen, um im nächsten Jahr noch etliche neue Kinder aufzunehmen. Nach diesen anstrengenden Besichtigungs- und Prüfungstagen fand am letzten Tag eine kleine vorgezogene Weihnachtsfeier mit Bescherung statt. Mit glänzenden Augen und strahlenden Gesichtern nahmen die Kinder die nützlichen Geschenke, wie ein Handtuch und eine leichte Bettdecke, sowie einige Süßigkeiten und die von einigen Straelener Kindern gemalten Weihnachtsbilder dankbar an.

Die Mädchen übergaben uns selbst gemalte Bilder, die wir gerne an die jeweiligen Paten weiterleiten werden.

Umrahmt wurde die kleine Feier von Tänzen und Liedern der Kinder, die diese fleißig einstudiert hatten und gekonnt vortrugen. Liebe Karunai-Mitglieder, wir hoffen, wir konnten Ihnen einen kleinen Eindruck vom Stand des Projektes Karunai geben, hoffen jedoch auch, dass wir Sie begeistern konnten, nicht nach zu lassen in Ihrer Spendenfreudigkeit, denn wir möchten möglichst schnell noch vielen weiteren Kinder die Chance für ein selbstbestimmtes Leben auf der Basis der Hilfe zur Selbsthilfe geben.

Abschließend wünschen wir Ihnen und Ihren Familien alles erdenklich Gute für 2011, verbunden mit einem Dank und einem Vergelt’s Gott für Ihre Unterstützung der Kinder in Indien.

Für das Karunai – Team
Hans und –Maria Röben

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